F.A.Q

Generell gilt, dass Sie mit „Wasserfahrzeugen ohne eigene Triebkraft“ (so steht es im Wassergesetz) die Donau zu jeder Zeit und ohne besondere Genehmigung befahren dürfen. Solche Wasserfahrzeuge sind Boote ohne Motor, also Ruder-, Paddel- und Schlauchboote, Kanu, Kajak und Ähnliches. Für ein Floss gelten jedoch besondere Bestimmungen.

Kompetente Auskunft zu den rechtlichen und technischen Voraussetzungen für eine Donaufahrt erhalten Sie von jedem bayerischen Landratsamt (Umweltamt, Wasserrecht) durch dessen Zuständigkeitsbereich die Donau fließt.

Für Fahrten auf der Donau unterhalb von Österreich benötigen Sie eine zusätzliche weitere Fahrterlaubnis; wenden Sie sich in diesem Fall an das Wasser- und Schifffahrtsamt in Regensburg.

Leider: NEIN – die Gesellschaft der Donaufreunde Ulm e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, welcher die Pflege der traditionellen Donauschifffahrt zum Ziel hat. Hierzu haben wir eine „Ulmer Schachtel“ mit heutigen Techniken nachgebaut. Mit diesem Schiff fahren wir jährlich einmal die Donau bis Wien, Budapest, Belgrad oder manchmal sogar (wie zuletzt 2015) bis ans Schwarze Meer, um so an jene Schifffahrt zu erinnern, wie sie vor mehr als hundert Jahren zum letzten Mal offiziell ausgeübt wurde. Fahrten, die nicht diesen Vereinszwecken dienen, können wir leider nicht anbieten.

Eine allgemein zugängliche Personenschifffahrt wird in Ulm / Neu-Ulm von zwei Betreibern angeboten:
Der „Ulmer Spatz“ ist ein integratives Projekt der ADIS gemeinnützige GmbH – einem Unternehmen der Lebenshilfe Donau-Iller e.V.. Seit seiner Taufe am 03. Mai 2015 ist der „Ulmer Spatz“ wieder regelmäßig – barrierefrei – unterwegs. Mehr dazu über den Link: ulmer-schifffahrt.de
Eine ‚elektrische‘ Alternative bietet eine Fahrt mit einem der beiden Solarboote oder wenigstens eine Überquerung der Donau mit der Solarfähre an. Näheres hierzu über folgenden Link: http://www.solarstiftung.eu/solarflotte/

Ansonsten findet auf der Donau zwischen Ulm und Weltenburg keine gewerbliche Schifffahrt oder Personenschifffahrt statt. Erst zwischen Weltenburg und Kelheim gibt es eine Ausflugsschifffahrt in der Weltenburger Enge, einem wild-romantischen Durchbruch der Donau durch ein Felsental zwischen dem Kloster Weltenburg und Kelheim. Veranstalter finden Sie im Internet.

Erst ab Kelheim – dort wo der Main-Donau-Kanal von der Donau abzweigt – ist der Fluss Wasserstraße. Und ab hier findet eine entsprechende Berufs-Schifffahrt statt. In Regensburg gibt es die nächsten Ausflugschiffe sowie ein Schifffahrtsmuseum, das mit seinem Museumsschiff regelmäßig Donaufahrten durchführt. In Passau werden Sie in puncto Ausflugsschifffahrt sicher auch fündig, wo beispielsweise die Reederei Wurm+Köck ihren Sitz hat. Ansonsten bieten eine Fülle von Reedereien regelmäßige Flusskreuzfahrten auf der Donau an. Auch hier werden Sie sicher via Internet fündig.

Das eigentümliche an den Ulmer Schachteln besteht leider darin, dass die Schiffe nie nach einem einheitlichen Plan gebaut wurden. Die Schiffe wurden früher jeweils – abhängig von der zu transportierenden Ladung – in Auftrag gegeben und dann innerhalb weniger Tage von den Schiffbauern an den so genannten „Schopperplätzen“ (heute würde man dies als „Werft“ bezeichnen) hergestellt. „Schoppen“ nennt man den Arbeitsgang, mit dem die Fugen zwischen den Brettern gedichtet werden, damit kein Wasser ins Schiff eindringen kann. In die Bretterfugen wurde früher Moos gestopft und fest eingeschlagen – damit war das Schiff zumindest soweit dicht, dass man einige Tage fahren konnte, um nach Wien oder noch weiter die Donau hinab zu kommen. Diese relativ einfache Bautechnik hat den Schiffen letztlich den Namen „Schachtel“ eingebracht.

Bei Recherchen in historischen Unterlagen wurde eine Fülle unterschiedlichster Schiffsgrößen gefunden: die Palette lag im Großen und Ganzen bei der Länge zwischen etwa 12 bis 35 m und der Breite zwischen 2 und 8 m; eine „mittlere Größe“ liegt etwa bei 3,5 m Breite und rund 20 m Länge. Die wichtigsten Konstruktionsprinzipien sind:

Spantenquerschnitt 10*10 bis 12*12 cm; Spantenabstand rund 80 bis 100 cm; Boden flach (kein Kiel !!); Wände senkrecht bis leicht nach außen geneigt (Winkel zwischen Boden und Bordwand 90 bis 115 Grad); Höhe der Bordwand zwischen 0,9 und 1,2 m; Bretterdicke Bordwand und Boden rund 40 mm Der Boden wird an Heck und Bug leicht nach oben gezogen („aufgegraost“) – am Heck ist der Anzug deutlich steiler, als am Bug. Der Bug läuft spitz in einem stehenden Stock (Steven) zusammen; das Heck ist breit mit einem horizontal liegen Stock. Die Aufbauten hatten die unterschiedlichsten Formen (vom Zelt bis zur wetterfesten Hütte war da alles vertreten !!)

Die Schachtel der Ulmer Donaufreunde hat die Maße 3,15 m * 19,90 m; Höhe über alles 2,25 m (ohne Sitzbänke am Oberdeck). Eine Zeichnung mit den annähernd korrekten Proportionen finden Sie in unserem Buch „Die Ulmer Schachtel – ein schwimmendes Kuriosum“ – näheres siehe unter Literatur.

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